Im
Bogen gehen / ausweichen
Hunde gehen selten
in gerader Linie auf einander zu. Je nach Veranlagung machen sie
einen kleinen oder grösseren Bogen. Diese
Aussage gilt jedoch in der Regel nicht, wenn dein Hund den Entgegenkommenden
gut kennt.
An der Leine angebunden, geschieht aber meist das Folgende: Der Hund kann nicht ausweichen, sondern läuft geradeaus auf den anderen Hund zu. Schlimmstenfalls starrt er den Entgegenkommenden vor lauter Unsicherheit auch noch an - und der andere fühlt sich provoziert.
Besser ist es, den Hund so an deiner Seite laufen zu lassen, dass du zwischen den Hunden gehst und falls dein oder der andere Hund sehr verunsichert ist, durch einen Bogen den Abstand noch weiter vergrösserst.
Dabei solltest du die Leine aber auf keinen Fall gespannt halten. Denn das könnte dein Hund als Unsicherheit von dir auffassen und euch verteidigen wollen. Auch kann durch die Leinenspannung seine Körperhaltung so verändert werden, dass er für den anderen wie ein Hund kurz vor dem Angriff aussieht.
Langsame
Bewegungen
Bemerkt ein
Hund bei der Begegnung mit einem anderen dessen Unsicherheit wird er versuchen,
ihn durch langsame Bewegungen zu beruhigen. Manchmal reduziert er
dabei sein Tempo nur ein wenig,
andere Male bremst er so stark ab, dass fast keine Bewegung mehr zu erkennen ist.
Sehr oft geschieht dies auch mitten in einem Spiel, wenn
dieses zu überborden droht und einer der Hunde diese Situation
entspannen will.
Dieses Beruhigungssignal wird von den Menschen aber leider meist falsch verstanden. Denn wenn sein Hund auf Zuruf nur sehr langsam zu ihm kommt, glaubt er: "Der will bloss nicht" und ruft noch lauter und hektischer nach seinem Hund, was diesen noch langsamer macht. Denn in diesem Moment ist der Hund verunsichert und möchte immer mehr beschwichtigen. Versuche dich in dieser Situation doch einfach mal klein zu machen und ihn heranzulocken... und du wirst sehen, wie schnell aus deiner Schnecke wieder ein kleines Wiesel wird *schmunzel*
Aber Achtung: Langsame Bewegungen in Verbindung mit einem hoch erhobenen Schwanz und durchgestreckten Beinen bedeuten meist eine Bedrohung und haben nichts mit einer Beschwichtigung zu tun.
Erstarren
/ Bewegung einfrieren
Manchmal kannst du beobachten, wie
dein Hund genau in der augenblicklichen Position verharrt
und keinen Muskel mehr bewegt. Auch damit versucht er andere Hunde
zu beschwichtigen - z.B. wenn er sich plötzlich inmitten einem Rudels
fremder Hunde befindet und er nicht weiss, wie sich diese verhalten
werden.
Bei Sandro konnte ich dieses Verharren einmal beobachten, als sich ein agressiver Hund von der Leine losgerissen hatte. In diesem Augenblick, ignorierte er zum Glück meinen Befehl zu mir zu kommen. Denn kaum bewegte er nur schon den kleinsten Muskel, ging der andere sofort wieder in Angriffsstellung. Erst als dieser von seiner Besitzerin wieder sicher an die Leine genommen war, löste Sandro sich aus seiner Starre.