Während die Kühe bei ihrer Herde bleiben und in ihrem im Schutz die Jungen gross ziehen, müssen die männlichen Jungtiere mit Erreichung der Geschlechtsreife die Herde verlassen. Sie ziehen dann entweder alleine herum oder schliessen sich einer anderen Herde an, die nur aus Männchen besteht. In dieser Männerherde müssen sie sich ihren Platz erobern, denn nur die stärksten Tiere eines Gebiets haben überhaupt die Chance, sich mit den Elefantenkühen zu paaren.
Mit ungefähr 30 Jahren kommen die
Bullen dann zum erstenmal in einen Zustand namens "Musth". Für einige Monate ist
nun ihr Testosteronspiegel im Blut hoch und sie sind sehr aggressiv. Ein
Musthbulle hält den Kopf hoch und läuft in einem charakteristischen Gang mit
wedelnden Ohren, ausserdem verspritzt er aus seinem mit grünem Schaum bedeckten
Penis ständig Urin und hat Ausfluss aus seinen beiden Schläfendrüsen. Die
anderen Bullen fürchten sich vor Musthbullen. Diese sind dann auch Bullen
gegenüber dominant, denen sie sonst unterlegen sind. Weibchen hingegen paaren
sich am bereitwilligsten mit grossen Bullen in Musth. Normalerweise bilden sie
dann für die nächsten zwei bis drei Tage eine Paarungsgemeinschaft, in der der
Bulle die anderen Interessentan auf Abstand hält.
Ein Bulle in Musth verbraucht sehr viel Energie und kann sich diesen Zustand daher nur für eine beschränkte Zeit leisten. Da Elefanten sich das ganze Jahr hindurch fortpflanzen können, steigert er mit der Musth seine Chance für ein paar Monate im Jahr der ranghöchste Bulle bei einer brünftigen Elefantenkuh zu sein und sich mit ihr zu paaren. Da Bullen eine feste Rangordnung haben, sind ernsthafte Kämpfe selten.