Die Orientalische Katze

 Man liebt sie - oder man mag sie nicht!
Dazwischen gibt es Nichts.

Die vier Rassen, die zu den Orientalen gezählt werden, sind die Siam (die wohl bekannteste), die Orientalisch Kurzhaar, die Balinese und die Mandarin (auch Javanese oder Orientalisch Langhaar genannt).

Es handelt sich hierbei eigentlich um ein und dieselbe Rasse, jedoch werden sie je nach Felllänge und Fell- und Augenfarbe mit einem anderen Namen bezeichnet. Der Charakter der Rassen ist jedoch identisch.

Dies kommt auch in der Hundezucht bei einigen Rassen vor. Ein Beispiel wäre der Tervueren (brauner langhaariger belgischer Schäferhund) und sein Bruder der Groenendael (er unterscheidet sich zum Tervueren nur in seiner Farbe ... er ist nämlich schwarz). Beide Rassen können miteinander verpaart werden und je nach Eltern können sowohl braune als auch schwarze Welpen... also Groenendaels und Tervueren in einem Wurf fallen.

Genauso verhält es sich mit den Orientalen. Alle vier Rassen dürfen untereinander verpaart werden und je nach Eltern können in einem Wurf alle vier Varianten fallen.

Gehen wir hier zunächst auf den wohl einzigartigen Charakter der Orientalen ein. Denn so schön wie diese Katzen sind, man sollte wissen, auf was man sich bei einem Orientalen einlässt. Und ich meine wirklich einlässt !!! Ich persönlich kenne keine Katzenrasse, mit einem so eigentümlichen Charakter/Verhalten wie dem des Orientalen. Die Haltung eines Orientalen ist mit der Haltung anderer Rassen wirklich nicht zu vergleichen. Aus dem Charakter / Verhalten des Orientalen heraus, ergeben sich sehr viele Pflichten und Dinge, worauf der Halter achten muss, damit es seinem Vierbeiner gut geht und er selbst auch Freude an ihm hat und er nicht sehr schnell zur Last fällt.

Man kann wohl sagen, dass Orientalen in allem was sie tun, meist sehr extrem sind. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Orientalen sind nicht für Jedermann(frau) geeignet .......  was der eine so sehr an einem Orientalen schätzt, wird dem anderen schnell lästig.

Eine Freundin von mir, die selbst Norweger züchtet, sagt selbst, sie selbst würde wahnsinnig werden, wenn sie den ganzen Tag von einem Rudel Orientalen umgeben wäre *lach*, denn man hat sprichwörtlich fast keine ruhige Minute mehr.

Und hier kommen wir zum ersten wichtigen Punkt, wenn man sich einen Orientalen anschaffen möchte. Orientalen sind sehr soziale Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen brauchen, wie die Luft zum Atmen. Sicherlich gibt es Ausnahmen, die lieber Einzeltiere sein möchten, aber diese sind wirkliche Ausnahmen. Möchte man einen Orientalen alleine halten, sollte man selbst nicht berufstätig sein und die meiste Zeit zu Hause verbringen und stellen Sie sich schon einmal darauf ein, der Orientale wird einen großen Teil dieser Zeit für sich beanspruchen, wenn er keinen kätzischen Partner hat. Und diese viele Zeit hat man meist einfach nicht. Der Haushalt will gemacht, die Familie versorgt und Einkäufe etc. erledigt werden. Orientalen sind sehr temperamentvolle aber auch intelligente Katzen, die, wenn sie nicht gerade zwischendurch schlafen, die Wohnung ordentlich durcheinander wirbeln können. Sie wollen geistig und körperlich täglich gefordert werden. Allein an der körperlichen Fitness scheitert es meist, wenn Sie sich vorstellen, dass sie demnächst täglich mindestens 1 bis 2 Stunden damit verbringen, nur mit der Katze zu spielen. Dazu kommen dann noch die täglichen Schmusestunden und glauben Sie mir, dass können ganz schnell STUNDEN werden, denn das ist der nächste ganz wichtige Punkt, den ein Orientale ausmacht. Orientalen sind in der Regel (Ausnahmen gibt es natürlich immer zwischendurch) sehr anhängliche und verschmuste Tiere. Zeitweise können sie damit sogar lästig werden, denn wenn ein Orientale sich in den Kopf gesetzt hat, dass nun Schmusezeit ist, dann meint er dies auch so. Tja, sie haben gerade was anderes vor ? Spülen, Putzen etc. ? Machen Sie sich darauf gefasst, sie putzen dann nur ungestört, wenn sie ihn einsperren sollten, denn sonst wird er alles katzenmögliche unternehmen, um zu seiner Schmusestunde zu kommen. Vor / in die Füße rennen, natürlich laut schreiend (noch eine weitere Besonderheit der Orientalen, dazu gleich noch mehr), wird er sie begleiten, womöglich sogar versuchen, es sich dabei auf ihrer Schulter bequem zu machen, Hauptsache er ist dabei.  

Oder sie putzen in Zukunft nur noch dann, wenn ihr Vierbeiner gerade zu schlafen geruht ;-) Sie sehen, wenn sie sich einen einzelnen Orientalen zulegen möchten, wird ziemlich viel Arbeit auf sie zukommen.

Kann man einem einzelnen Orientalen diese Zeit nicht bieten, ist es meist so, dass diese Tiere langsam aber sicher verkümmern. Ihnen fehlt die für sie so wichtige enge Beziehung zu einem Partner. Aus diesem Grund ist die Haltung mindestens zweier Katzen immer zu bevorzugen. Die Tiere spielen und kuscheln schon sehr viel miteinander, sodass sie nicht ganz soviel Zeit täglich investieren müssen, um ihren Orientalen glücklich zu machen. Es ist jedoch keinesfalls so, wie es zum Beispiel bei Heimvögeln oft zu beobachten ist, dass der innige Kontakt zum Menschen abreißt, wenn ein zweites Tier im Haushalt lebt. Katzen im allgemeinen schätzen über den Kontakt zu ihrem Artgenossen auch immer noch sehr den Kontakt zum Menschen. Sie müssen also nicht um die Gunst ihres Lieblings bangen :-)

Nein, vielmehr haben sie nun zwei Katzen, die abwechselnd zwischendurch ihre Schmuseeinheiten fordern und denen sie beim vergnügten miteinander spielen und kuscheln zusehen können, was mir persönlich sehr viel Freude bereitet.

Und hier schon die nächste Besonderheit. Orientalen lieben es, dicht an ihren kätzischen Partner angekuschelt zu schlafen, es ist eher selten, dass sie es sich allein irgendwo bequem machen. Platz ist auf dem kleinsten Fleckchen :-)

Und hier könnte schon das nächste Problem auftauchen. Dieses dicht an dicht ist bei den meisten Katzenrassen nicht die Regel und viele Katzen mögen das enge auf-/beieinanderliegen nicht. Sie gehen dann genervt ihrer Wege, wenn der Orientale kuscheln möchte. Hat man dann nicht genügend Zeit, neigt der Orientale dazu, depressiv zu werden und zu verkümmern. Ich spreche hier aus Erfahrung !

Ein Problem ist auch, dass die Orientalen sehr temperamentvolle Tiere sind und manche Katzenrassen mit ihrem Spieltrieb einfach überfordert sind.

Die beste kätzische Gesellschaft für einen Orientalen ist erfahrungsgemäß ein weiterer Orientale. Es ist nicht so, dass ein Orientale sich mit anderen Rassen nicht verstehen würde, ganz im Gegenteil, da es sehr soziale Tiere sind, verstehen sie sich auch mit anderen Rassen, aber eben durch ihre besonderen Eigenheiten, die nur ein Orientale mitbringt, fehlt ihnen oftmals etwas.

Erwähnen sollte man auch, dass ich im Laufe der Zeit, auch aus Erfahrungsberichten anderer Orientalenhalter, die auch andere Rassen zu Hause haben, feststellen konnte, dass Orientalen in einer Gruppe anderer Rassen, oftmals zur Dominanz neigen und die Führungsposition in diesem Rudel beanspruchen. Ordnen sich die anderen Tiere unter, gibt es hier aber keine Probleme.

Kommen wir nun zu einem weiteren Fakt, mit dem Sie rechnen können, wenn Sie einen oder eben mehrere Orientalen besitzen. Orientalen sind in der Regel sehr redselige Tiere. Ihre Stimmenvielfalt geht von Gurren, über Schnattern, quietschen, kreischen bis hin zu schreien. Sie lieben es, den ganzen Tag vor sich hin zu plappern und finden es klasse, wenn Frauchen / Herrchen antwortet.

Sie setzen ihre Stimme auch dann gern ein, wenn sie etwas wollen und es nicht schnell genug geht bzw. man dem Wunsch eigentlich gar nicht nachgehen möchte. Werden sie nicht erhört, können sie ziemlich laut werden, um ihren Willen durchzusetzen. Orientalen haben ein sehr stimmgewaltiges Organ und seien sie versichert, ihr Nachbar wird es in diesem Augenblick hören, wenn dort nicht gerade der Fernseher oder das Radio läuft.  Je nach Ausdauer ihres Exemplares und je nach Tages- bzw. eher Nachtzeit werden Sie dem Wunsch ihres geliebten Vierbeiners ganz schnell entsprechen, auch wenn Sie sich eigentlich Gegenteiliges vorgenommen hatten ;-)

So, das sind erstmal die wichtigsten charakterlichen Merkmale, die man kennen sollte, wenn man sich einen oder mehrere Orientalen zulegen möchte, denn sie sind schon etwas Außergewöhnliches. Entweder man liebt sie oder man mag sie nicht !

Vielen Dank liebe Frauke, dass ich diesen Text kopieren durfte!

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