Siam

Diese Maskenkatzen waren im alten Siam sehr selten und ihre Haltung war dem Adel und den Königshäusern vorbehalten. Für hohe Ausländer war es eine Ehre, eine der königlichen Katzen aus Siam geschenkt zu bekommen und ein Diebstahl dieser Katzen wurde mit dem Tod bestraft. 

Heute kennt man neben dieser feingliedrigen Siam auch einen zweiten Siamtyp, die sogenannte traditionelle oder Thai-Siam.


Herkunft

Der Ursprung der Siamkatze liegt unbestritten im alten Siam, dem heutigen Thailand mit seinen subtropischen Klimazonen, woraus sich auch ihr erhöhtes Wärmebedürfnis erklären lässt.  Von dort wurden die ersten Siamesen im 19. Jahrhundert nach England importiert und zwar in der Zeit um 1870, aber anscheinend wurde mit diesen Tieren nicht gezüchtet. 

Hier können Sie Siamkatzen sehen, so wie sie früher ausgesehen haben


Diese Bilder stammen von der ThaiSiam-Zucht 'Von der Falkenhöhe',
auf der viele interessante Informationen über die Siam nachzulesen sind

Die damalige Siam besass, folgt man früheren Beschreibungen, einen Knickschwanz und schielende Augen,  was unter anderem zu den folgenden phantasievollen Erzählungen über dessen Entwicklung führte: 

Der Legende nach waren die Siamkatzen einst heilige Tiere, die die buddhistischen Tempel bewachten. Als eines Tages ein wertvoller Kelch verschwunden war, wurde ein Katzenpaar ausgeschickt, um ihn zu suchen. Nachdem sie ihn gefunden hatten, blieb die Katze zurück, um ihn zu bewachen. Dazu legte sie ihren Schwanz eng um den Kelch und liess ihn nie aus den Augen. Als die Mönche den Kelch holen kamen, hatte sie vom langen Warten einen Knickschwanz und schielte. Diese Merkmale gab sie später an ihre Jungen weiter.

Eine andere Geschichte erzählt Folgendes: Immer wenn die Prinzessin baden ging, legte sie ihren Schmuck ab und übergab ihn ihrer Lieblingskatze, um ihn zu bewachen. Dazu streifte sie die Ringe über den Schwanz der Katze. Um keinen Ring zu verlieren, knickte die Siamkatze ihren Schwanz. So soll der für Siamkatzen bekannte Knickschwanz entstanden sein.

In der Tat hatten viele der Ursprungskatzen diesen sogenannten Knickschwanz und nicht wenige davon schielten. Was damals als 'Echtheit“' einer Siamkatze gewertet wurde, gilt heute als Missbildung (infolge Inzucht und Degeneration) und wird als zuchtausschliessender Fehler gewertet. Trotz intensiver Zuchtbemühungen diese beiden Missbildungen zu eliminieren, treten sie auch heute noch gelegentlich auf.

In die westliche Welt kam die Siamkatze 1878,  als der amerikanischen Konsul David Stickles, der in Bangkok lebte, die Katze 'Siam' der Frau des damaligen amerikanischen Präsidenten als Geschenk überreichte. Leider verstarb die Katze trotz aller Zuwendung nach kurzer Zeit. 1884 wurden dann endlich die ersten Siamkatzen nach England transportiert. Ihre Namen 'Mia' und 'Pho' erschienen als erste im Register für Siamkatzen. 1885 gewannen Siams die ersten Preise auf einer englischen Katzenausstellung. Im Jahre 1901 wurde der Siamese Cat Club ins Leben gerufen. Auch in den USA fand die Siamkatze eine Vielzahl von Liebhabern. Sie erfreut sich besonders bei den Reichen Amerikas grosser Zuneigung.

Die Siam ist die bekannteste Vertreterinnen der Orientalischen Katzen

Charakter und Temperament

Siamesen sind typische Vertreter der orientalischen Katzenrassen und wie ihre nahen Verwandten, die Burmesen, gesprächige Persönlichkeiten. Sie können geräuschvoll ihre Forderungen stellen und bestehen darauf am Familienleben teilzunehmen. Daher bleiben Siamesen auch nicht gerne alleine und sind deshalb für Menschen, die tagsüber nicht zu Hause sind, ungeeignet.

Da die Siam im Gegensatz zu den meisten anderen Katzenrassen  nicht über ein dichtes Unterfell verfügt, ist sie eine pflegeleichte Katze. 

Standard

Siamkatzen wiesen ursprünglich eine blasse, milchige Haarfarbe mit dunklen, sealfarbigen Abzeichen an Pfoten, Gesicht, Ohren und Schwanz auf. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde dann das erste Blue-Point-Exemplar registriert, wobei man vermutet, dass diese rezessive Farbe bereits viel früher existierte.

Mittlerweilen werden die Siamesen neben der Seal-Point in vielen weiteren Farben gezüchtet wie Blue-, Chocolate-, Lilac-, Rot-, Creme-, Tortie- und Tabby-Points. Das Haar ist fein und das Fell glatt und kurz. 

Unabhängig von der Farbe, muss eine Siamkatze mittelgross, langgestreckt, schlank, elegant und geschmeidig sein, dabei aber muskulös bleiben. 

Der Kopf bildet ein Dreieck, dessen Eckpunkte die grossen, tiefangesetzten Ohren und die spitze Nase bilden. Die Nase darf keinen Stop oder Break aufweisen. 

Die Augen sind mandelförmig und weisen den für die orientalischen Katzen typischen schrägen Schnitt auf. Sie sind stets Saphirblau.

Der Schwanz ist lang und dünn und sollte knapp bis um Schulterblatt reichen. Ein Knickschwanz wird als Fehler gewertet. 

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