 Balinesen
Zärtliches Temperament gepaart mit königlicher Eleganz
und dazu ein Blick aus tiefblauen Augen! Auf
den ersten Blick könnte man meinen, eine Siam vor sich zu haben
- einzig ihr halblanges Haar passt nicht so recht ins Bild.
Denn
nicht ihre feingliedrige Gestalt und die Points hat sie mit dieser
gemeinsam, sondern auch was
die Gesprächigkeit und Menschenbezogenheit betrifft, steht sie der
Siam in Nichts nach.
Herkunft
Die genaue Herkunft dieser 'Siam' im
langen Fell wird wohl nie ganz geklärt werden können.
Denn genau wie bei manch anderen Katzenrassen, verschwiegen die
Züchter lange Zeit, dass ab und
zu langhaarige Siamesen in Siamwürfen auftraten, welche
als Liebhabertiere verschenkt wurden. Diese
Tiere sahen wie Siamesen aus, hatten aber längeres,
seidiges Haar. Man vermutet, dass das
Langhaarig-Gen in die Siamzucht kam, als man versuchte neue
Farben durch die Kreuzung mit der Türkisch Angora oder
anderen Langhaarkatzen einzuführen.
Aber
bereits 1928 wurde die erste
Katze dieser Art an einer Katzenshow als
"Siamese longhaired" vorgestellt. Und in
den 30er und 40er Jahren tauchten immer mehr "longhaired
Siamesen" auf. Und es gab nun auch einige Züchter,
die zu diesem Fell standen und mit der harten Arbeit für
die Anerkennung begannen. Und weil sie sie mit ihrem schlanken Körper und den
geschmeidigen Bewegungen an die Anmut
von balinesischen Tempeltänzerinnen erinnerte, gaben sie ihr den
Namen 'Balinesin'. Das ist aber schon
alles was sie mit dieser Insel gemeinsam hat, denn ihre eigentlichen Wurzeln
liegt
in Amerika.
In den 50er Jahren boomten diese
langhaarigen Siamesen geradezu und es gab Tiere mit
verschiedenstem Aussehen. Das führte dazu, dass sich die
Katzenvereine zusammenschlossen und einen allgemein gültigen
Rassebeschrieb herausgaben. Und bereits 1970 wurde die Balinesin
offiziell von der CFA (Amerika) anerkannt, welcher 1983
die Anerkennung durch den FIFE folgte.
Heute
bildet sie zusammen mit der Javanesin
die Gruppe der Orientalischen Langhaarkatzen.
Charakter und
Temperament
Balinesen sind, wie die Siam sehr
sensibel und äusserst intelligent. Gegenüber der Siam
sind sie aber etwas gemässigter, trotzdem haben auch sie
einen starken Bewegungsdrang. Klettern, Springen, Jagen
und natürlich spielen liegt diesen Rassen im Blut. Auch
sind sie ausgesprochen zärtlich und überschütten ihren
Menschen geradezu mit Zärtlichkeiten.
Standard
Die
Balinesen haben einen gestreckten Körper
mit feinem Knochenbau, kräftiger Muskulatur und langen,
schlanken Beinen. Die Hinterbeine sollten etwas höher als
die Vorderbeine stehen. Der Kopf ist keilförmig, mit einem
langen geraden Profil und wird
durch einen schlanken Hals mit dem Körper verbunden. Die Ohren sind gross
und tief angesetzt. Die Augen von mittlerer Grösse, mandelförmig
und wenn möglich von einem tiefen Blau.
Das
Fell der Balinesin ist zwar etwas kürzer als bei anderen Halblanghaar-Rassen
ist, dafür ist es aber besonders seidig und liegt eng am Körper.
Am Kopf und Hals ist es eher kurz, während
es von den Seiten und am Bauch lang herabfällt. Der
Schwanz ist lang und federig behaart und verleiht dieser
Katze ein Höchstmass an Eleganz. Aber weil das Fell trotz
seiner Dichte keine Unterwolle besitzt, verfilzt es auch nicht.
Wie
alle Maskenkatzen
werden auch die Balinesen weiss geboren und die Farbe der Points an
Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz dunkelt erst allmählich nach. Neben den
traditionellen Farben: seal-, blue-, chocolate- and lilac-point sind heute viele
weitere anerkannt und so werden die Balinesen mittlerweile in gut
20 verschiedenen Point-Farben und -Mustern und sogar als Foreign
White gezüchtet (siehe Livia auf
der rechten Seite)
Zur Verbesserung
des Typs und der Augenfarbe verpaaren Züchter ihre Balinesen auch
mit den kurzhaarigen Siamesen. Die aus dieser
Verpaarung entstandenen Katzen sind immer kurzhaarig (siehe
Malibu Mako auf der rechten Seite). Diese sogenannten Variantkatzen
dürfen wiederum mit anderen Balinesen gekreuzt werden.
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